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Wütend und traurig

2019-07-15T13:52:21+02:0014 Juli, 2019|0 Kommentare

… sind wir.

Am 10.07. haben wir in der Nachbarstadt, gegen Abend, eine zierliche Katze am Grünstreifen gesehen, sie ging sehr langsam und schwerfällig. Eine kleine blonde Dame, sehr schwach und unglaublich mager. Also haben wir angehalten und die kleine krankwirkende Katze mitgenommen.Sie maunzte sehr leise, kläglich und traurig.

Wir haben sie versorgt mit allem was erstmal notwendig war. Futter, Wasser Flohmittel. Sie fraß, nicht viel, aber immerhin. Am nächsten Morgen auf zum Arzt, alle möglichen Tests wurden gemacht aber weiter erstmal nichts festgestellt. Für ein größeres Blutbild reichte der eine Tropfen, den sie uns schenkte, nicht aus. Ihr Körper war zu geschwächt um noch genug Blut zu bilden.

Ihre Zutraulichkeit ließ darauf schliessen dass sie nicht immer Draußen gelebt hat. Sie wurde wahrscheinlich sich selbst überlassen. Sie hat keinen Chip, keine Tätowierung, eine Suchmeldung, die zu ihr gepasst hätte habe, wir auch nirgendwo entdeckt.. Sie hat auch vor Hunden keine Angst. Marie – so haben wir sie genannt, wog nichtmal 1,8 Kg !!! 35,4 °C Körpertemperatur wurde festgestellt, das ist für eine Katze schon recht bedrohlich.

Sie wurde auch beim Tierarzt mit allen Medikamenten versorgt und unterstützt die ihr Erscheinungsbild zuließ und es ging ihr am 12.07. etwas besser, sie futterte, hatte aber einen sehr sehr flüssigen Durchfall und die Trockenheit ihres kleinen knochigen Körpers ließ keinen Zweifel, dass diese Katze ein Leben draußen eigentlich nicht gewohnt war. Marie trank nun sehr viel und nun schien sich zu bestätigen was der Tierarzt vermutete- Marie hat wohl ein arges Nierenleiden. Sie schlief viel und sie forderte Körperkontakt, wir haben sie so oft es ging auf den Schoß genommen und sie mit einer Wärmflasche zusätzlich bekuschelt.

Heute morgen, 13.07., fraß Marie kaum, sie wankte, ihr kleiner unterernährter Körper hatte kaum noch eine fühlbare Muskulatur. Sie weinte. Um 12 Uhr hatten wir einen erneuten Tierarzttermin. Sie wog heute nur noch 1,5 Kg ! Ihre Prognose war mehr als schlecht. Es sind die Nieren! Marie wurde daher von ihrem Leiden erlöst.

Warum Marie draußen lebte können wir nur erahnen. Oft kommen ausgesetzte Katzen in der Natur dennoch gut zurecht. Marie hat es nicht geschafft, wahrscheinlich wurde sie auf Grund eines vor Monaten schon auffälligen Krankheitsbildes vor die Türe gesetzt – so geht es vielen Katzen wenn sie nicht mehr so funktionieren wie gewünscht.

So traurig es nun gerade auch ist, aber wir haben dem zarten Fräulein das grausige Sterben, allein, über Tage hinweg und irgendwo draußen ersparen können. Sie wird ihren letzten Platz unter einem Haselnußbusch finden.Wir hätten es gerne anders gehabt und bleiben wütend und traurig zurück.

Was uns bleibt sind die Kosten. Uns tut das Geld für den Tierarzt nicht leid, auch wenn es uns wehtut und nun an einer anderen Ecke wieder fehlt. Aber wir haben halt gehofft, dieses kleine Leben retten zu können.

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